Wer sind wir ...

Mehr als nur ein Kirchenchor Der Männergesangverein Cäcilia Raeren kann seit seiner Gründung im Jahr 1854 auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken. Gegründet wurde der Verein am 30. Juli 1854 vom damaligen Raerener Pfarrer Joseph Sünn. Er versammelte 20 Bürger, die auf seine Veranlassung freudig einen »Pfarrgesangverein« gründeten. Besonders wichtig für den Verein waren die 60er Jahre. In dieser Zeit erfolgte die Abkehr von der reinen Kirchenchortätigkeit. Der Verein öffnete sich und beteiligte sich mehr und mehr an weltlichen Ereignissen. Heute zählt der Männerhor 35 Sänger und gibt jedes Jahr zwischen 12 und 15 Konzerte im In- und Ausland. Alle zwei Jahre unternimmt der Chor eine Konzertreise. 2007 reisten die Sänger aus dem Töpferdorf in den Elsaß, dann ging es nach München, dieses Jahr ging eine Reise nach Münster. Das Repertoire des Chors ist sehr vielschichtig. Es reicht von Stücken aus der Renaissance-Zeit bis hin zur Moderne wie etwa Beatles-Lieder. Die Sänger um Dirigentin Sabine Hickmann, die den Chor seit Herbst 2011 leitet, schnitt bei den Einstufungswettbewerben der Deutschsparachigen Gemeinschaft Belgiens in den vergangenen Jahren stets gut ab. Zuletzt wurde der Chor in die 1. Kategorie eingestuft.

Pressebericht letzter Auftritt

Grenzecho 04.06.2018 von Klaus Schlupp

Den Sommer hatte sich der Kgl. Cäcilien Männergesangverein Raeren als Motto des Jahreskonzertes erwählt. Und was macht man im Sommer? Trinken und lieben natürlich. Genau das waren dann auch die Themen, die die Texter und Komponisten aller Zeiten inspirierten. Egal ob das ungewöhnliche Arrangement des Shantyklassikers "What shall we do with the drunken sailor" oder die stimmliche Herausforderung des "Le vent" von René Quignard (1957), das dem Chor viel Dynamik abverlangte — die Töpferdörfler zeigten eine beeindruckende Leistung. Zwei Stücke weckten Erinnerung an die Studentenzeit. Bei frankofonen Musensöhnen ist Thoinot Arbeaus "Belle qui tiens ma vie" aus dem 16. Jahrhundert bis heute beliebt. Alwin Schoenen hat sich hingegen im Kommersbuch deutscher Studentenverbindungen umgesehen und hat 2014 alle lateinischen Zitate, die meist auf altrömischen Trinksprüchen beruhen zu seinem "Ergo bibamus - Weinpsalm" zusammengefügt. Denn "nobis est propositum in taberna mori" - uns ist es vorbestimmt, in der Kneipe zu sterben. Liebe und Trinken gehören in allen Zeiten zum Sommer wie zur ganzen Welt. Also ging es mit "Down by the salley gardens" auch auf die grüne Insel, nach Irland. Es war ein munteres Programm, geprägt vom gesanglichen Können der Männer und dem Engagement ihrer "Dompteuse" Sabine Hickmann. Und alles fand vor einem liebevoll gestalteten, sommerlich maritimen Bühnenbild statt. Zum Chorleben gehören nicht nur Proben und Konzerte, sondern auch das Gemeinschaftsleben wie die Chorfahrten. Besonders gelungen sind diese, wenn die Fahrt auch mit Konzerten verbunden ist, wie die vergangene Reise ins Paderborner Land. Vier Tage waren die Raerener im rauen Ostwestfalen unterwegs und haben zwei Messen musikalisch gestaltet und zwei Konzerte gegeben. Zu Gast waren sie auch bei den Salzkottener Franziskanerinnen und wurden dort herzlich aufgenommen. Besonders hat sich Schwester Reinhilde über den Besuch der Raerener gefreut. Sie gehört nämlich zu den Franziskanerinnen, die lange für das Marienheim verantwortlich waren. Manch alter Raerener wird sich noch an die Nonne mit der Gitarre erinnern, die mit den alten Menschen immer gesungen hat. Mit viel Applaus verabschiedete das Publikum Sänger wie Bläser in die dritte Halbzeit. Inzwischen sei aus dem Six-Pack bei manchem ein Fässchen geworden, wie Tenorsaxophonist Luc Brammertz selbstkritisch bemerkte, aber Name und Programm haben sich nicht geändert. Sechs Saxofonisten, darunter Sandra Weiling, die das Schicksal von Sabine Hickmann teilt, als einzige Frau unter Männern musizieren zu "müssen", spielen Jazz, Rock und Pop mit dem eigenen Klang ihrer Instrumente. Musikalisch war es ein absolutes Kontrastprogramm, das das Publikum nach der Pause erwartete. "Rosanna" von Toto, "Lover Boy" von Queen, "Arielle die Meerjungfrau" und andere bekannte Hits waren nun an der Tagesordnung. Mit viel Applaus verabschiedete das Publikum Sänger wie Bläser in die dritte Halbzeit.

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